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Die Sagen vom Untersberg

Ettenberg im NebelUm den Untersberg ranken sich viele Sagen, die von Zwergen erzählen, welche in Höhlen im Inneren des Berges leben. Sie bewachen einen Schatz von überaus großem Ausmaß und scheuen meist den Kontakt zu den Menschen. In manchen Nächten feiern die "Untersberger Manndln", wie sie im Volksmund genannt werden, eine heilige Messe in Maria Ettenberg.

Auch Kaiser Karl der Große soll den Untersberg bewohnen. Die Sage erzählt, er sitze mit seinem gesamten Hofstaat in einem großen Saal im Inneren des Berges. Alle miteinander schlafen einen tiefen, todesähnlichen Schlaf. Der Kaiser trägt einen langen weißen Bart, der schon zweimal um den Tisch, der vor ihm steht, herumgewachsen ist. Wenn der Bart dreimal um den Tisch gewachsen ist, bricht das Ende der Welt herein.

Wenn vierundzwanzig Raben dreimal um den Berg herumfliegen, so erwacht der Kaiser ebenfalls, muss aber dann noch so lange im Berg bleiben, bis der berühmte Zwergenstein gefunden ist, der alle Zwerge, die den Untersberg bewohnen, in Menschen verwandelt. Dann kehrt der Kaiser zu den Lebendigen zurück.

Im Jahre 1713 trieb ein Hirte von Grödig in der Nacht seine Herde nach Hause, da trat ein kleines Männlein aus dem Wunderberg und winkte. Unverzagt folgte ihm der Hirte in das Innere des Berges. Sie kamen in einen weiten, erleuteten Raum. Da saß Kaiser Karl mit anderen Fürsten und Helden um einen Marmortisch und schlummerte. Als der Hirte eintrat, erwachte der Kaiser und fragte: "Fliegen die Raben noch um den Berg?" "Jawohl, und zwar in Mengen", entgegnete der Hirte, und schwer seufzend der Kaiser: "Dann müssen wir noch hundert Jahre warten!" Sodann war alles verschwunden und zerstoben, der Hirte plötzlich außerhalb des Berges und auf seinen Heimweg entrückt.